Gründung Coaching/Psychologische Beratung)


#1

Hallo Frau Höft,

wir sind mehrere Psychologinnen (M.Sc.) (bis jetzt 4, wahrscheinlich kommen noch welche dazu), die gerne gemeinsam ein Coaching Kollektiv gründen wollen,
sprich mit einem Namen werben unter dem wir dann vor allem in verschiedenen Konstellationen (also nicht alle machen bei allen Workshops mit) Workshops geben aber auch unter Umständen Einzelcoaching/psychologische Beratungen geben würden (one to one setting).
Die Inhalte der Workshops sind psychologischer Natur, haben aber teilweise auch coaching charakter, auch wenn da eine abgrenzung schwierig ist.
Einige befinden sich auch in der Ausbildung zur Psychologischen Psychotherapeutin und würden später eventuell ebenfalls unter dem gemeinsamen Coaching Kollektiv auch Psychotherapie anbieten.

Eigentlich würde man ja eine GBR gründen, wenn es sich um coaching handelt, da wir aber als Psychologinnen auch als freiberuflich gelten, war die Überlegung besser eine Partnerschaft als Rechtsform zu wählen, wenn dies möglich wäre. Auch weil es dann nicht als Gewerbe gelten würde und wir gehört haben dass es bei einer GBR schwierig werden könnte wegen der Gewinnaufteilung später, weil man das dann immer ganz genau auseinanderrechnen muss.

Was würden Sie uns raten, welche Rechtsform ist möglich und welche wäre für uns angemessener?

Vielen Dank und mit herzlichen Grüßen
Jenny


#2

Hallo Jenny,

Ihr Tätigkeitsbereich ist tatsächlich für die Steuerberatung schwer zu differenzieren.
Allerdings macht es keinen Unterschied, ob Sie eine GbR oder eine Partnerschaftsgesellschaft gründen. Die Partnerschaftsgesellschaft hat lediglich haftungsrechtliche Vorteile - man kann die Hafting für Fehlverhalten einem Partner direkt zuweisen, das geht bei der GbR nicht - ansonsten sind die Möglichkeiten/Schwierigkeiten bei beiden Gesellschaften gleich. Bei der Partnerschaftsgesellschaft müssen Sie zusätzlich über einen Notar die Eintragung ins Partnerschaftsregister vornehmen und bestimmte Formalien beim Vertrag beachten. Freiberuflich tätig können Sie auch im Rahmen einer GbR sein, dass ist nur abhängig von Ihren tatsächlichen Tätigkeiten.
Ich könnte mir bei Ihrer geschilderten Konstellation jedoch auch eine “einfache” Praxisgemeinschaft vorstellen, dann bleibt jeder sein eigener Herr und rechnet für sich ab. Es müsste nur einer die Verwaltung übernehmen, sprich Mietvertrag und ggf. gemeinsam genutzte Technik usw. finanzieren und diese gegenüber den anderen Mitstreitern dann halt abrechnen. Dann müsste jede im Kollektiv eine eigene Gewinnermittlung machen und entsprechend ihrer Tätigkeit als Psychologin oder Coach die Vorsteuer aufteilen. Das wäre zumindest die rechnerisch einfachere Variante für die Aufteilung der Steuer. Hierbei wäre aber das “Problem”, dass jeder seine eigene Buchhaltung im Griff haben muss, die Rechnungslegung muss klar und eindeutig sein und ggf. braucht jeder einen steuerlichen Berater.

Wegen der Komplexität der Materie würde ich Ihnen tatsächlich empfehlen, sich in Ihrer Nähe einen Steuerberater zu suchen, der sie alle an einem Tisch berät und die beste Konstellation suchen kann.

Vielleicht helfen Ihnen meine Denkanstöße ein wenig weiter, eine umfangreichere und detaillierte Beratung wird aber nicht zu umgehen sein.

Alles Gute


#3

Super, vielen Dank!
Das hilft schon mal.
Schönen Tag noch,
lieben Gruß
Jenny