[Guide] Welche Rechtsform soll ich wählen?


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Eine der ersten Fragen von Gründerinnen und Gründer dreht sich vor allem darum, welche Rechtsform sie am besten wählen sollen. Das hängt grundsätzlich zuerst mal davon ab, was sie mit ihrem Unternehmen machen wollen, wie viel Startkapital sie aufbringen können, wie vie Haftung sie übernehmen wollen usw.

Bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften gilt die Regel:

  • :arrow_up: hohes Risiko: Haftung mit Privatvermögen
  • :arrow_down: wenig Startkapital nötig: meistens gar keines
  • :books: unkomplizierte Buchhaltung: meistens nur Einnahmen-Überschuss-Rechnung
  • :memo: unkompolizierte Gründung: meistens nur Eintragung

👤 Einzelunternehmen

Bei Einzelunternehmern handelt es sich um die selbstständige Tätigkeit einer einzelnen Person. Als Einzelunternehmerin oder Einzelunternehmer kann man problemlos Mitarbeiter anstellen; das ändert nichts an der Rechtsform. Auf jeden Fall aber haftet man als Einzelunternehmer mit dem Privatvermögen in vollem Umfang.

Freiberufler

Freiberufler sind eine besondere Form der Einzelunternehmer in Deutschland. Zuständig für die Anerkennung ob eine freiberufliche Tätigkeit ausgeübt wird, ist das Finanzamt. Freiberufler unterliegen keinem Gewerbe und sind daher nicht dem Gewerberecht verpflichtet und müssen daher kein Gewerbesteuer zu zahlen [mehr Infos →](https://de.wikipedia.org/wiki/Freier_Beruf_(Deutschland))

👥 Personengesellschaften

Generell sind Personengesellschaften meist einfach und unkompliziert zu gründen, allerdings haftet man privat in vollem Umfang. Das bedeutet im Gegensatz zu Kapitalgesellschaften gibt es daher keine beschränkte Haftung.

Zu den beliebtesten Personengesellschaften zählen:

Die oben genannten Rechtsformen sind – mit Ausnahme des Einzelunternehmens – vor allem dann relevant, wenn sich mehrere Unternehmerinnen und Unternehmer zusammenschließen und als Geschfätspartner zusammen arbeiten.


Was bedeutet persönliche Haftung bzw. Haftung mit Privatvermögen?

Wenn Forderungen gegen den Geschäftsführer oder die Geschäftsführerein eines Einzelunternehmes bzw. einer Personengesellschaft fällig werden – etwa weil Rechnungen nicht bezahlt wurden – dann können Forderungen der Kunden an den direkt Unternehmer gestellt werden.

Das bedeutet, dass im Ausnahmefall auch auf das Privatvermögen des Gerschäftsführers zurückgegriffen werden kann. Bei Kapitalgesellschaften ist das nicht der Fall: Hier haftet das Unternehmen nur bis zur getätigten Stammeinlage (daher der Name *mit berschränkter Haftung*)


💶 Kapitalgesellschaften

Bei Kapitalgesellschaften kann man komplexere Firmenstrukturen umsetzen, die mitunter viel Flexibilität erlauben. So kann man etwa Anteile am Unternehmen ausgeben oder man kann seine Haftung auf eine Stammeinlage beschränken.

Bei Kapitalgesellschaften gilt die Regel:

  • :arrow_up: geringeres Risiko: nur beschränkte Haftung
  • :arrow_down: mehr Startkapital nötig: theoretisch aber bereits ab 1 EUR
  • :books: kompliziertere Buchhaltung: doppelte Buchhaltung
  • :memo: kompliziertere Gründung: oft mit Notar

Der wichtigste Unterschied zu den Personengesellschaften ist allerdings, dass Kapitalgesellschaften rechtlich und steuerlich gesehen als eigenes Subjekt gelten. Sie kann Geld ausschüten in Form von Dividenden und muss dieses zum Teil auch über Körperschaftssteuern abführen.

Zu den beliebtesten Kapitalgesellschaften zählen:

Neben diesen hier gelisteten Kapitalgesellschaften gibt es allerdings noch ein paar weitere, feinere Abstufungen.

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