Unternehmergesellschaft (UG) statt Einzelunternehmer


#1

Ich bin schon seit einigen Jahren als Einzelunternehmer tätig und überlege nun aufgrund ausreichender Umsätze auf eine UG zu wechseln.

Mir ist nämlich wichtig, dass ich Geld auch im Unternehmen belassen kann anstatt am ende des jahres über die Einkommensteuer alles zwangsweise versteuern zu müssen.

gibt es etwas dabei zu beachten und hat das jemand von euch schon mal gemacht?


#2

Hi Christobal,

das heißt du möchtest eine Ein-Personen-UG gründen?

Theoretisch sollte das soweit kein Problem sein, denn eine UG ist verhältnismäßig schnell gegründet, vor allem wenn du dich an Standardprotokolle (Musterprotokoll) hältst, dann geht es nämlich auch relativ zackig.

Wenn du deine Profite in der GmbH behalten möchtest, fällt dennoch die Körperschaftsteuer (KöSt) auf dieses Kapital an. Der Steuersatz beträgt hierbei 15%. Dazu kommen noch 5,5% Anteil der ermittelten Körperschaftsteuer als Solidaritätszuschlag. Zusammen ergibt dies eine ungefähre steuerliche Belastung von 15,825%.

Wenn du etwa aktuell Freiberufler bist und somit keine Gewerbesteuer zahlst, dann kommt im Fall der UG (haftungsbeschränkt) auch die noch oben drauf (ohne Freibetrag!). Die ist von Bundesland zu Bundesland in Deutschland unterschiedlich und liegt in Berlin bei etwa ~14%

Beachte außerdem, dass du bei einer UG (haftungsbeschränkt) u.a. doppelte Buchhaltung führen musst, was zu etwas mehr Aufwand führt.


#3

Ja genau eine ein Personen UG möchte ich gründen.

Aber gut, das klingt nun erst mal ziemlich komplex. Das heißt also, dass in etwa eine steuerliche Belastung von insgesamt ca. 30% auf mich zukommt. Dazu kommt dann aber auch noch die Einkommensteuer wenn ich die ausgeschütteten Gewinne privat versteuern muss, oder?

Puh also ich bin mir nicht sicher ob sich das so schnell bezahlt macht…


#4

Ja das stimmt, die Einkommensteuer kommt auch noch oben drauf, wenn du die Gewinne aus der GmbH ausschüttest.

Am Ende muss man sagen, dass es wirklich sehr komplex wird, wenn du eine eigene Kapitalgesellschaft statt einem Einzelunternehmen gründen möchtest. Aber es kommt auch ein wenig drauf an, ob du bspw. Investoren mit reinnehmen möchtest oder anderwertig Anteile am Unternehmen abgeben möchtest.